Projektbeschreibung
Eine der dringendsten Herausforderungen für die internationale Sicherheit und den Frieden ist die Entwicklung und Anwendung von KI-basierten Waffensystemen. Gegenwärtige Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zeigen, dass solche Systeme bereits intensiv eingesetzt werden und die Art und Weise der Kriegsführung grundlegend ändern. Das überregionale und interdisziplinäre Kompetenznetz „Meaningful Human Control. Autonome Waffensysteme zwischen Regulation und Reflexion (MeHuCo)“ widmet sich der Situierung bislang unverbundener Problembeschreibungen sowie disparater Konzepte und will diese in einem interdisziplinären Forschungsprogramm zusammenführen.
Im Förderzeitraum 2026-2028 soll die wissenschaftliche Analyse von Autonomen Waffensystemen (AWS) auf KI-basierte Kriegsführung inkl. Entscheidungs- und Zielfindungssystemen (EZS) ausgeweitet und die Aufmerksamkeit nicht auf zukünftige Kriegsszenarien allein, sondern auf konkrete Anwendungsdimensionen und ihre Konsequenzen gerichtet werden. Parallel zur Nutzung autonomer Systeme entwickeln sich nicht nur massive Kritik, sondern auch Legitimationsdiskurse einer sogenannten responsible AI (RAI) – auch jenseits der Debatte um meaningful human control (MHC). Angesichts der dynamischen Entwicklungen im Forschungsfeld sollen die neu entstehenden Diskurse, Entwicklungstrends und Einsatzformen KI-basierter Kriegsführung entlang ihrer normativen (Universität Paderborn, UPB), affektiven (Universität Hamburg, UHH) und operativen (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, RFWUB) Dimensionen untersucht werden. Dabei wird das Kompetenznetz zum einen unterstützt von Völkerrechtlerinnen (European Center for Constitutional and Human Rights, ECCHR), die als Rechtsanwältinnen in konkreten Strafverfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte tätig sind. Zum anderen wird die Expertise naturwissenschaftlicher Friedensforschung (PD Dr. Jürgen Altmann, TU Dortmund) in das Kompetenznetz integriert, um aktuelle Systeme zu analysieren, einzuordnen und im Rahmen (ab-)rüstungspolitischer Fragen zu diskutieren.
Um eine zielgruppenspezifische Vermittlung der Ergebnisse zu gewährleisten, umfasst die Verwertungsstrategie neben wissenschaftlichen Formaten (Publikationen und Veranstaltungen) auch öffentliche Vorführungen des im Förderzeitraum 2022-2026 produzierten Dokumentarfilms, eine Vortragsreihe in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung, unterschiedliche Social Media-Aktivitäten sowie einen Science-Fiction-Roman (als Auftragsarbeit).